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"Ideensammlung zur Sch - Therapie"
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Sprachlernsituationen im Alltag, im Spiel ...   -   einige Erlebnisse :

 

Der kleine Bruder Nicki ist bei der Beratung der Dreijährigen Fanni dabei, ich zeige der sehr zurückhaltenden Fanni ein ganz einfaches Puzzle. Nicki zeigt auf den Hund und sagt "da", kurz darauf fällt seiner großen Schwester das Schaf aus der Hand, ich sage: "Oh, das Schaf ist runter gefallen." Er sagt: "runter".  Kurz drauf lasse ich das Schwein runter fallen und kommentiere: "Oh, wieder runter gefallen." Er sagt: "runter". Laut Aussage der Mutter kann er auch noch "Auto brumm" sagen.

Am Sprachanfang   -  eine kleine Sprachanfängerin :

 

Bisher ist noch sehr wenig Sprache gekommen, aber heute sprudelt es.

Bisher war sie noch sehr verschüchtert, aber heute bin ich ein wichtiger Gesprächspartner neben der Mutter.

Bisher war sie sehr zurückhaltend, aber heute lacht sie, und ich höre eine laute Stimme.

Bisher kam sie mit der Mutter herein und blieb ganz nah bei ihr, heute geht sie zielstrebig zum Kaufladen.

 

Ich rede von einem kleinen Mädchen, das inzwischen 2;08 Jahre alt ist.

 

  • Wir sitzen am Kaufladen, ich habe schon Wurst gekauft und geschaut, ob Euro im Geldbeutel sind, oder ob er leer ist. Sie nimmt ein Schraubglas herunter, wir füllen Erdbeeren hinein und kippen sie wieder aus, dann kommen Eier hinein. Die Mutter fragt: „Was ist in dem Glas?“ Antwort: „Ei“
  • Sie hat einen Hefezopf in der Hand und sagt ganz laut: „nam-nam“
  • Sie verteilt an die Mutter und mich Hefezopf: „da“ und sagt zu mir „Adea“   = ihre Erzieherin
  • Sie fegt eifrig mit dem Besen, die Backwaren fegen wir auf die Kutterschaufel und kippen sie in den Korb oder in eine Tüte und wieder heraus. Ich frage: Ist die Tüte leer? „Nein“   -   Wechsel in die Puppenküche:
  • Wir geben dem Bären ein Ei im Eierbecher mit Löffel und ich sage: Der Bär isst. Sie ergänzt: „Ei“
  • Sie wendet sich dem Puppenjungen zu: „Baby“ und holt es aus dem Kinderwagen
  • Sie legt ein Kissen auf die Bank „da“ und eine Stoffpuppe darauf: „a-a-a“ Darauf fragt die Mutter: schläft sie? „Ja“
  • Sie hat eine Tasse und eine Kanne, gießt ein und macht dabei ein Fließgeräusch: „tsch“ und erklärt: „Tee“. Sie gießt 3 – 4 Tassen voll und sagt jedes Mal „Tee“ dazu.
  • „Mama“, damit ruft sie ihre Mutter um Hilfe   im kleinen Wechselgespräch höre ich „da“, „ne“, „Mi“=Milch, „Wa“ =Wasser
  • Erste Verneinung: „da da ne“ = das nicht
  • Die Mutter erzählt mir etwas, diese Worte greift sie auf und spricht sie nach: „aa“, „pipi“ sie wechselt in einen Sprechgesang und wird melodischer, wir hören ihrem Gesang gerne zu: „i jo , mio aaa, jomi“ – sie zeigt durch ihr „Singen“, was sie schon alles sprechen kann und singt wirklich ausdauernd diese einfachen Silben.
  • Ein freudiges „hahaha“ folgt, was immer sie auch damit meint.
  • Dann spielt sie wieder mit dem Puppenjungen, der leider nur noch einen Socken besitzt. Sie sucht etwas, die Mutter fragt: soll ich es Dir holen? Als Antwort kommt ein selbstsicheres „ja“. Die Mutter holt die Mütze, sie zeigt auf den Puppenkopf „da“. Die Mutter fragt: Mütze auf? „nein!“ Kurze Zeit später fragt die Mutter: auf? Sie nickt.
  • „Bä-a“ – sie sucht den Bären, der die ganze Zeit auf der Bank sitzt.
  • „Pipi“, nun ist wieder der Puppenjunge dran, sie zieht den einen Socken aus und hängt ihn auf die Wäschelein. Da sich die Klammer schwer öffnen lässt, kommentiert sie es mit einem „eu“. Mit dem Spiel „pipi“ werden nun alle Kleidungsstücke ausgezogen, weil sie ja voll Pipi sind, und unter Auslassung der Wäsche auf die Leine gehängt.
  • Fürs Teddybärenlied suche und ruf ich den Bären: Bär, wo bist du? Darauf meint sie: „Hund“. Also handelt heute unser Abschlusslied nicht vom Bären, sondern heißt:   Hund, Hund, Hund, Hund - dreht dich um…
  • Von der Garderobe ruft sie mehrfach „ade“, kommt nochmals an die Tür und sagt ausdrücklich: „ade“.

 

 

Auch wenn Sie finden, dass da noch nicht viel Sprache war, ich habe mich riesig gefreut, so viel von ihr zu hören, die Wechselgespräche wahrzunehmen und die kräftige und bestimmte Stimme zu hören.

                                                                                                                                                                            Theda Hiller, Febr.2016

 

Tim ( 20 Mon.) hat sich die kleine Werkbank mit 8 bunten Stäben geholt und setzt sich neben mich.

 

Nun drückt er mit der Hand einen Stab hinunter,  ich mache es ihm nach und sage dazu: „boff“.

Er drückt die übrigen Stäbe hinunter und ich begleite seine Handlung oft mit einem „boff“.

 

Nun dreht er die Werkbank um, wir sehen alle Stäbe wieder und können sie erneut hinunterdrücken.  Nach kurzer Zeit begleitet er unsere Tätigkeit mit einem „woff“  -  nun, das klingt auch gut, seinen wort- malerischen Ausdruck übernehme ich gerne und sage nun auch „woff“.

 

Nach 2 – 3 Runden ergänze ich: „alle weg“. Er dreht die Werkbank erneut um und ich kommentiere: „Da sind sie“. Dies spielen und sprechen wir mehrfach – er hat eine bemerkenswerte Ausdauer und ich nutze die Gelegenheit, ihm diese Satzphrasen immer wieder anzubieten.

 

Nach kurzer Zeit höre ich von ihm neben dem „woff“ auch noch „weg“   und schließlich auch:

„da sind sie“  -  annähernd so, dass ich es verstehen kann.

Er hat genug und ich bin’s zufrieden.

 

Wir hatten eine gemeinsame Phase intensiver Sprachanregung – vielleicht greift er die Worte beim neuerlichen Spiel mit der Werkbank auf. Oder er überträgt die Wörter sogar auf eine andere Situation und leistet damit einen enormen Schritt der Situations- und Regelerkennung beim Sprechenlernen.

Wir verteilen 12 Bilder meines Igeldominos: für dich - für mich: Tom sagt beim 2.Mal, als er eine Karte bekommt:"mich". Ich spreche und verteile weiter, er spricht mit:"mich". Beim 5.Mal sagt er "fe mich" und beim 6.Mal klingt es fast richtig:"für mich"!

Herbst 2012 - Wieder lerne ich ein kleines Mädchen fast ohne Sprache kennen. Beim ersten Termin ist sie sehr schüchtern, und ich höre nur einmal "Mama" von ihr. Ich zeige ihr (auf dem Schoß der Mutter) und den Eltern das Anna-Buch. Beim 2.Termin ist sie deutlich vertrauter mit dem Raum und mir, nach kurzer Zeit auf dem Schoß vom Vater wird sie neugierig und steuert auf den Holzbauernhof zu. Sie entdeckt eine Kuh und sagt "muh" - diesen Tierlaut hat sie kürzlich auf der Weide erstmalig gehört und nachgeahmt. Wir nehmen ein grünes Tuch als Weide und holen alle 4 Kühe, die sie mit "muh" begrüßt. Nun teile ich die Weide mit Bauklötzen ab und hole Schafe, die laut blöken: "mäh". Sie stimmt ein und hat einen neuen Tierlaut gelernt! Auf Nachfrage der Mutter sagt sie auch "miau" und "wawa". Ich biete noch "hü" für das Pferd an, aber das greift sie nicht auf".    Später holen wir die Tiere mit dem Laster ab, sie macht ein brumm-Geräusch. Um meine Handlung lautlich zu begleiten, lasse ich jedes Tier mit einem "und hopp" auf den Laster springen, beim Bauernhof springen sie entsprechend runter: "und hopp". Nach kurzer Zeit begleiten wir zu zweit den Sprung, bald versucht sie es auch allein: "e - hopp".

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