Effektive Übungen in der Artikulationstherapie:

In letzter Zeit richtet sich der Blick vermehrt auf das konzentrierte Üben von Mundstellungen, Lauten oder Lautkombinationen und Einzelwörtern. Nicht zuletzt durch IntraAct im Leselerngeschehen und VEDit o.ä. für die Behandlung von Entwicklungsdyspraxien werden Programme angeboten.

Der grundlegende Gedanke hinter diesen Programmen fordert vermehrte Übung des immer gleichen Materials.

Meine Übungen sollen den Lernprozess unterstützen, durch den ein grundsätzlich angebildeter Laut am Wortanfang automatisiert gesprochen wird.

Wie kann man nun eine höhere Übungsrate erzielen und dennoch den Kindern nicht den Spaß verderben?

Durch einige Ideen, die ich teilweise schon vor langer Zeit entwickelt habe, ergeben sich gute Übungsmöglichkeiten, bei denen die Kinder dennoch mitgestalten können:

  • Rhythmisches Wiederholen von zweisilbigen Wörtern, die mit dem Übelaut beginnen, dazu ergeben sich verschiedene Klatsch-Patsch-möglichkeiten: Fe – der Fe-der   Fe-der   (obere Abbild.1 + 2)
  • Ansaugen von 3 verschiedenen Motiven, z.B. Schuh, Schal, Schirm ins eigene „Haus“. Anschließend werden dort alle Teile in 3 Spalten untereinander sortiert und dann vorgelesen: Schuh, Schuh, Schuh, Schuh Schuh, Schuh, Schal, Schal, Schal, Schirm, Schirm, Schirm, Schirm, Schirm, Schirm. Das mehrfache Wiederholen führt dazu, dass sich der zu übende Laut zusehens stabilisiert, vorausgesetzt, er kann grundsätzlich schon gebildet werden. 3 verschiedene Wörter, jeweils 10x vorhanden.  (siehe Abbildung 3)
  • Ein Spiel, das ich mir eigentlich zum schnellen Abruf ausgedacht habe: 4 verschiedene sehr kleine Motive werden in einer Reihe gelegt und „vorgelesen“. Die Reihenfolge ist vom Kind bestimmt, kann willkürlich sein oder eine wiederkehrende Anordnung (Serialität) aufweisen.  4 Bilder jeweils 10x vorhanden.   (siehe Abbildung 4)
  • Lautwürfel: ein Würfel enthält 6 verschiedene Bilder mit gleichem Anlaut des Namens: nun wird so lange gewürfelt und das Bild benannt, bis alle Bilder vorkamen – oder länger gewürfelt, wenn das Kind Spaß daran hat.   (untere Abbildungen - siehe 5)
  • Mehrere runde Bildkarten werden verdeckt auf dem Tisch im Kreis ausgelegt. Mit folgendem Abzählvers tippen wir die Bildkarten an: schi, scha, schum, dreh dich um. Die letzte Karte wird umgedreht, benannt und in die Mitte gelegt. Ich lege die 25 kleinen runden Bilder im Zweiersatz im Kreis und habe somit 50 Bilder im Angebot. (Abbildung 6)
  • Der Pfeil auf der Drehscheibe wird solange gedreht, bis wir alle Bilder mindestens einmal benannt haben.  (Abbildung 7)
  • Sprechmalverse mit nur einem Wort: z.B. Kis sen, Kis-sen  (siehe unterhalb Auswahl v. Versen)
  • Nanu, ich denk da liegt ein Schuh, gespielt mit etwas 9 verschiedenen Bildern und  5 verschieden farbigen Koffern. (Abbild. 8)

        Theda Hiller

 

Kürzlich habe ich mit einem Kind Verstecken gespielt: Derjenige, der Emma, das Zebra, versteckt hatte, musste „fertig“ rufen. Da wir sicherlich 12x das Zebra versteckt haben, wurde auch entsprechend oft das Wort gerufen.

 

Die Materialien zu den Ideen finden sich z.T. in meiner Ideensammlung zur Übung des Lautes „sch“, sind aber auch für andere Laute vorhanden.                                                        Theda Hiller

 

 

 

Unterhalb befindet sich noch eine Auswahl von Sprechmalversen:

Die Kinder malen mit verschiedenen Farben zum immer gleichen Vers!