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Sternen - Sprachspiele in der Adventszeit   (in der Ambulanz)

Gerne gehen die Kinder auf meine Sternenideen ein, auch wenn dabei ein bestimmter Laut oder ein Satzmuster geübt werden soll.

 

Ganz einfach ist es, wenn wir den Laut /r/ üben müssen: Wir stanzen Sterne aus rotem

und rosa Glanzpapier aus, schneiden Sterne aus roter Wellpappe, malen nur mit rotem und rosa Wachsstift Sterne auf Rauhfasertapete und legen alle Sterne auf den Tisch. Der Finger hopst von einem Stern zum nächsten und wir sagen seine Farbe: rot, rosa, rosa, rot, rot, rot ...

Anschließend können wir die Sterne im Raum verstecken und uns gegenseitig beauftragen: Suche einen roten (oder rosanen) Stern.    

 

Kürzlich suchte ich eine Möglichkeit, möglichst viele /sch/ zu sagen, da die Lippenbewegung und das Gespür für die richtige Zungenlage noch nicht so recht vorhanden waren. Also legten wir die Pappschablone für einen 5zackigen Stern aufs Blatt und ummalten den Stern mit 10 „sch“. Dann kam der nächste Stift und nach 6 Farbstiften und 6 x 10 „sch“ meinte ein Mädchen beim Betrachten ihres Sterns: „so bunt“  (--> Bild 1).

Für den Laut „s“ mit geschlossenen Zähnen eignete sich die Sternenschablone ähnlich gut. Auch ließ sich das Wort El-ch zur Übung des vorderen /ch/ beim Malen um die 5 Zacken gut silbenweise sprechen. Schließlich fand sich auch ein Vers, mit dem wir genau an den Ausgangspunkt des Sterns zurück kommen konnten (--> Bild 2):

       Schum, schum, schum, lauf um mei-nen Stern he-rum.

      Sum,   sum,     sum,   lauf um mei-nen Stern he-rum.

        Tri,     tra,     trum,   lauf um mei-nen Stern he-rum.

 

Explosivlaute wie /t/ und /k/ lassen sich in der Adventszeit auf eine andere Art besser üben: Wir stanzen viele bunte Sterne aus Glanzpapier aus und verteilen sie auf dem Tisch.

Nun wandert der Finger von einem Stern zum nächsten, drückt fest auf jeden Stern und sagt dabei „k“. Bei einem Kind, das den Laut /t/ durch /k/ ersetzt und gleichzeitig nach erfolgter Rachenmandeloperation noch starker Nasenatmer ist, haben wir bei jedem Stern deutlich „tap“ gesagt. Anschließend haben wir die Sterne in einer Reihe angeordnet, den kleinen Hasen ans Ende als Ziel aufgestellt und mit lauten „tap“ den Weg des Bären zum Hasen begleitet.

 

Um bei den ausgestanzten Sternen zu bleiben: 2 Kinder haben mit mir einen Stiefel und einen Stern aus dünner Pappe ausgeschnitten und viele kleine Sterne mit einem langen „sch“ über den Tisch zum Stern oder zum Stiefel geschoben. Meistens hören die Kinder erst auf, wenn alle Sterne verteilt wurden. - Soll nicht ein weiteres St-Wort mit ins Spiel kommen, kann man auch einen kleinen und einen großen Stern als Ziel ausschneiden  (-->Bild 3).

 

Eine weitere gute Lautübung verlangt etwas Ausdauer, aber das schöne Ergebnis lohnt den Aufwand. Die Kinder bekommen nebenstehenden Stern (--> Bild 4) und sollen vom Mittelpunkt aus zu allen Punkten auf den Sternzacken eine Linie ziehen. Wenn sie mehrfach die Farbe wechseln, entsteht ein ansehnlicher Stern und die Kinder üben bei jedem Strich ein langgezogenes „sch“. Allerdings muss man ab und zu an den Laut erinnern, da er im Eifer des Linieziehens manchmal in Vergessenheit gerät.

 

Als Saugspiele lassen sich folgende Aufgaben mit den ausgestanzten Sternen denken:

  • auf dem Tisch liegen viele Sterne und eine den verschiedenen Farben entsprechende Anzahl an Wolken. Mit dem Strohhalm werden die Sterne nach Farben auf die Wolken sortiert.
  • Jede Wolke erhält ein anderes Würfelsymbol und man muss mit dem Röhrle die entsprechende Anzahl an Sternen auf die Wolke saugen.
  • ein Kind gibt eine Farbenfolge vor und alle anderen Kinder müssen die Sterne in eine Reihe mit genau der gleichen Farbenfolge saugen.
  • die Sterne sind durchgeschnitten und immer 2 Hälften müssen mithilfe des Strohhalms zu ganzen Sternen zusammengefügt werden.
  • immer 2 gleiche Sterne werden zu Paaren zusammen gelegt.

Wenn ich den Kindern meine Memorybilder mit 12 Sch-Wörtern mitgegeben habe, suche ich gerne kleine Spiele, die diese Wörter mit richtiger Lautbildung festigen. Besonders geeignet erwies sich folgendes Spiel mit einem großen Stern (übertragbar auf andere Lautbilder!) :

Jeder malt einen großen Stern aus Rauhfasertapete mit Wachsmalstiften in schönen Farben an. Dieser Stern wird kurz zur Seite gelegt. Sind 3 Teilnehmer beteiligt, darf sich jeder eine Karte mit einem Sch-Wort aussuchen und auf den Tisch in die Mitte legen. Gemeinsam sagen wir alle 3 Sch-Wörter laut und decken die Bilder dann mit einem der angemalten großen Sterne zu. Auf die Frage: „was liegt unter dem Stern“ wird nun eifrig überlegt und oft das Richtige gesagt. Dann heben wir den Stern hoch und sagen evtl nochmals. „Ja richtig, da sind Schaufel, Schuh und Schirm“. Somit haben wir alle Wörter 3x gesagt. Da meine Bilder immer als Memorysatz 2x vorhanden sind, lässt sich diese Gedächtnisübung mit allen 24 Bildern spielen. Die meisten Kinder halten diese Zeitspanne aus.

 

Etwas aufwendiger ist es, ein Gedächtnisspiel nach der Grundidee des Spiels „Nanu, ich denk da liegt ein Schuh“ (von Ravensburger) zu spielen. Man muss sich nur die Mühe machen, 5 Sterne aus Rauhfaser auszuschneiden und mit den Farben des Farbwürfels anzumalen. Auf dem Tisch liegen dann 8-10 meiner kleinen Sch-Bilder und die 5 Sterne. Es beginnt mit dem Verteilen der Sterne. „Ich lege den roten Stern auf die Schere“, „ich lege den blauen Stern ... Sind alle Sterne verteilt, darf der nächste würfeln. Wirft er rot, überlegt er, was unter dem roten Stern liegt: „die Schere“ , richtig geraten. Die Schere darf das Kind zur Seite legen und den roten Stern auf einen anderen Gegenstand legen. Weiß man das Bild nicht mehr, darf man – für alle sichtbar - nachschauen. - Da wir nur 5 Sterne haben, ist bei mir immer weiß die Wunschfarbe: wer weiß wirft, darf eine andere Farbe nennen und sagen, was unter dem entsprechenden Stern liegt. Das Spiel ist beendet, wenn alle 8-10 Sch-Bilder richtig genannt und eingesammelt wurden.

 

Abschließend noch zwei Abzählverse zur „Sternenzeit“:

Der Stern ist fein und du darfst sein.

Ein Stern im Haus und du bist raus.

 

Die Kinder machen vermutlich deswegen so gerne mit, weil sie beim Herstellen der Sterne aktiv beteiligt sind und diese außerdem mitsamt einer Spielidee mit nach Hause nehmen dürfen.                       ( niedergeschrieben Weihnachten 2009 )

 

Theda Hiller

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