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Lautspiel  /f/  mit einem aufgeweckten Dreieinhalbjährigen      (Jan.2018)

 

Leon ist nicht zu bremsen, er muss rennen dürfen. Da er Rennauto spielt, stelle ich ihm 2 Stühle hin, um die er herumlaufen kann. Plötzlich ruft er: „Der Reifen ist kaputt!“  Meine Antwort: „Dann musst Du in die Werkstatt fahren – wo ist die Werkstatt?“   Er fährt zu den seitlich abgestellten Stühlen. Ich komme zu ihm, wurschtele außen an seinem rechten Fuß und lege den abmontierten Reifen pantomimisch auf den Stuhl. Nach kurzer Zeit habe ich ihn repariert (Ausdauer hat Leon keine!), rufe „fertig“ und montiere den Reifen wieder: „Der Reifen ist fertig - nun kannst du wieder fahren.“

Dieses Spiel wiederholt sich. Beim 3.Mal sagt Leon: „Alle Reifen sind kaputt.“ Natürlich nutze ich die Gelegenheit und zähle alle Reifen ab „ eins, zwei, drei, vier“ und betone die Zahl vier besonders. Nun montiere ich die Reifen ab und lege sie auf 4 nebeneinanderstehende Stühle (passt gerade!) : „eins, zwei, drei, vier“. Ich nehme mir den ersten Reifen vor: „drehen, wo ist das Loch? Flicken drauf, glatt reiben – fertig“. Leon schaut fasziniert zu. Alle Reifen werden einzeln repariert:  „drehen, wo ist das Loch? Flicken drauf, glatt reiben – fertig ...“ und wieder montiert.

Neue Spielrunde: Nach kurzer Rennerei  macht Leon bei einem der Stühle halt: „4 Reifen sind kaputt, ich rufe dich an.“ Da ich mir gerade eine kleine Notiz mache, sage ich: „ich schicke den Abschleppwagen – es dauert einen kleinen Moment.“  Natürlich muss ich selbst den Abschleppwagen spielen und ihn zur Werkstatt ziehen. Wie gehabt werden alle Reifen repariert: „drehen, Flicken drauf, glatt reiben – fertig“, und er fährt wieder los.

Nächste Phase mit Anruf, Abschleppwagen und Werkstatt. Als ich frage: „wie viele Reifen sind kaputt?“, meint Leon „drei“. Wir müssen klären, welche kaputt sind, und ich frage: „2 Reifen vorne und einer hinten?“ Nun bringe ich die Wörter vorne und hinten mit ins Spiel, ansonsten ist der Ablauf gleich.

Da ich auch Rennauto spielen kann, drehe ich den Spieß um und sage: „ich fahre jetzt“. Leon lässt sich bereitwillig auf das Spiel ein, schleppt bzw. zieht mich sehr geschickt mit einem Stuhl als Abschleppwagen zur Werkstatt. Dort klären  wir, welche drei Reifen kaputt sind: „einer vorne, 2 hinten“. Er schraubt die Reifen ab, beim „Drehen – Flicken drauf – glatt reiben“ muss ich sprachlich helfen. Dann darf ich wieder fahren.

Nun muss Leon selbst noch einmal Rennauto mit Reifenpanne spielen. Er genießt die Abläufe und freut sich, als ich ihn beim Ab- und Anmontieren der Reifen ein kleines bisschen kitzele.

 

Dieses ad hoc Spiel hat viel Spaß gemacht!

Wir haben einige F- Wörter häufig gesprochen: fahren, fertig, wie viele, vier, Flicken, vorne  und Reifen, anrufen.

Hinzu kamen W-Wörter, da der Laut /w/ auf die gleiche Art wie /f/ gebildet wird, nur unter Beteiligung der Stimmlippen: Werkstatt, wie viele, Abschleppwagen. Leon hat weitgehend freudig mitgesprochen oder nachgesprochen – oft mit der richtigen Lautbildung.

Als Ausruhphase sprechen wir noch 2x 12 Memorybilder beginnend mit dem Laut /f/ und stecken sie in den Briefkasten. Leon rutscht in sein altes Muster und spricht teilweise den Laut /s/ statt einem /f/ am Wortanfang. Korrektur und richtige Lautbildung lässt er weitgehend über sich ergehen.

Anschließend sind wir nochmals aktiver und spielen „fi fa fum – ich fall um.“ Eine kindergroße Giraffe darf mit umfallen. Diese Silbenfolge liebt Leon und spricht sie supergut und mehrmals hintereinander.

Welch Spaß!

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