Schneller Abruf   -   Vorschüler

 

Seit einiger Zeit wird auch auf den schnellen Abruf geachtet.

 

Dieser besagt, dass die Vorschüler prompt das Wort für eine Abbildung finden sollen.

 

Im Test Tephobe, der im letzten 1/4 Jahr vor der Schule durchgeführt werden darf, soll das Kind 5 ver-

schiedene Motive benennen. Diese immer gleichen Motive werden ihm in 10 Reihen in unterschiedlicher Reihenfolge dargeboten. Mithin soll das Kind 50 x zu einem bekannten Bild die entsprechende Bezeichnung sagen. Dahinter steckt, dass die Erstklässler zu den neuen Buchstaben sehr schnell den entsprechenden Laut nennen sollen - zunächst laut, später auch leise. Das Wort Nase wird aus den Lauten /n/  /a/  /s/  /e/ zusammengesetzt und als unser Riechorgan erkannt.

Das Verständnis für das Wort Nase setzt voraus, dass alle 4 Buchstaben schnell wahrgenommen und in ihre Laute umgesetzt werden. Durch die Zusammensetzung der Laute ergibt sich das Wort, das das Kind mit seinem vorhandenen Wissen an Wörtern vergleicht und erkennt.

 

Dem geübten Leser reicht ein Minimum an Zeit und auch ein Minimum an Information, um die Wörter zu erkennen und zu einem Sinn zusammenzufügen. Immer wieder bin ich beim Schreiben einer SMS verblüfft, wie schnell mir ein Wort angeboten wird: als ich heute "Werkstatt" schrieb, kam das Komplettangebot bereits nach den ersten 3 Buchstaben. Ähnlich verblüfft war ich über mich selber, als ich ein Umleitungsschild mit 3 Ortsnamen im Vorbeifahren las und den vagen Eindruck hatte, dass im letzten Ortsnamen ein Buchstabe fehlte. Als ich am nächsten Tag wieder vorbeifuhr, konnte ich sofort erkennen, dass auf dem Schild nicht Deufringen sondern Deufingen stand. Ein halber Blick hatte gereicht, den Fehler wahrzunehmen.

 

Im vorschulischen Bereich lässt sich dieser schnelle Abruf leicht üben:

ich lege Memorykarten verdeckt hin, das Kind dreht sie um und nennt zu dem Bild die entsprechende Bezeichnung.

 

Für die Sprachtherapie im Bereich der Artikulation habe ich mir zusätzlich Bilder zum schnellen Abruf gemalt, die einen bestimmten Anfangslaut haben, mal brauchte ich Sch-Bilder, mal K-Bilder, mal Bilder mit den Lippenlauten P- und B- usw.

Ob ich nun damit den schnellen Abruf der Buchstaben-Laut-Verbindung tatsächlich vorbereitend üben kann, bleibt zu überprüfen.

 

Anbei der Abruf mit meinen K-Bildern.

Gleichzeitig kann ich damit bei dem Kind eine Vorstellung der Reihung ansprechen, indem ich immer abwechselnd Kamm Koffer Kamm Koffer Kamm... lege oder eine andere Reihung (Serialität) vornehme. Das Kind soll erkennen, dass eine feste Reihenfolge wichtig ist. Später muss es in der Schule auch die Buchstaben in fester Reihenfolge schreiben, damit wir das Wort erkennen, das es aufschreiben wollte. Theda Hiller