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"Diagnostik" bei den Dreijährigen  -  Diagnostik ohne Tests            Th.Hiller

Ein dreieinhalbjähriges Mädchen am Sprachanfang: der Raum ist neu, sie entdeckt viele Spielmöglichkeiten, kann sich aber auch adäquat lange mit einer Sache beschäftigen. Ich begleite ihr Kennenlernen der verschiedenen Spielbereiche mit einfacher Sprache, teilweise in Sätzen, teilweise mit einzelnen Wörtern oder Phrasen. Somit kann ich ihr Verhalten beobachten und gleichzeitig Sprache anregen. Einige Erklärungen und Anregungen kann ich nebenher der Mutter vermitteln.

Aus den Beobachtungen ihres Spiel- und Sprachverhaltens kann ich einige Erkenntnisse über ihren Entwicklungsstand ableiten und daraus Förderideen entwickeln.

 

Spielsituation                                                Beobachtung                                                 Bereich

 

Vor uns liegen Fische und eine Magnetangel. Sie angelt alle Fische und legt sie nach meiner Anweisung in den Eimer: „in den Eimer“. Nach kurzer Zeit spricht sie das Wort „Eimer“ der Spur nach mit mir mit.

 

 

Zielsicher führt sie die Angel (Magnet am Band) zum Magnetauge des Fisches hin.

Sie versteht meine Aufforderung.

Sie angelt alle Fische und tut sie alle in den Eimer.

Sie spricht nach / mit, die Artikulation ist undeutlich.

 

Feinmotorik, Kognition

Sprachverständnis

Ausdauer

 

Nachsprechen / Artikulation

 

 

Kaufladenspiel: Sie untersucht die Kasse und öffnet die Geldschublade.

Ich bitte um eine Karotte. Sie gibt sie mir. Ich erbitte eine Banane, eine Tomate, eine Wurst und Wasser in der Flasche.

 

 

 

 

Ich zahle und benenne alle Lebensmittel einzeln.

 

Alle Lebensmittel kommen in meinen Korb, ich fordere sie auf, die Euro in die Kasse zu legen.

 

 

 

Sie kennt eine Spielkasse und kann sie bedienen

Sie spricht mir das Wort Karotte nach: „Rotte“, bei Tomate versucht sie das dreisilbige Wort der Spur nach mitzusprechen.

Bei der Wasserflasche fällt der Deckel herunter, sie will ihn verkehrt herum draufsetzen, ich helfe ihr verbal, sie dreht den Deckel, allerdings doppelt, sodass er wieder falsch herum drauf sitzt. Nun zeige ich es ihr.

Sie schaut geduldig zu – hört sie auch zu?

 

 

Sie öffnet die Kasse und legt sie hinein.

Wir schauen gemeinsam in meinen Geldbeutel: er ist leer. Beide sprechen wir das Wort „leer“, das sie offensichtlich kennt.

 

 

Kognition

 

Artikulation: Verkürzung vom Dreisilber

 

 

 

Sprachverständnis

 

 

Ausdauer

 

 

Sprachverständnis

 

Wortschatz

 

 

 

Puppenküche: Wir legen die eingekauften Lebensmittel auf 2 Plastikteller (rot/blau).

Sie öffnet die Eier und legt die Eierhälften in einen Topf, holt einen Löffel und rührt um.

Allmählich wird der Tisch immer voller gedeckt.

Wir finden eine Tüte mit Nüssen. Sie legt sie auf 2 verschiedene Teller.

 

 

 

 

Ich weise sie 2x an, dann frage ich sie, wohin die Karotte kommt. Sie legt sie auf einen Teller ohne sich zu äußern.

Sie lässt sich beim Zusammenfügen der Eierhälften helfen.

 

Die Messer kommen korrekt seitlich neben die Teller

Ich biete ihr das Wort „Nuss“ an, sie sortiert aber konkreter nach Erdnüssen und Mandeln, ohne dass ich ihr die schwierigeren Wörter nenne. (Die einzige Walnuss kommt zu den Mandeln.)

 

Sprachverständnis, Sprechen

 

 

 

 

Alltagswissen

     „         „

 

Sortieren

 

 

 

 

Sie verteilt Tassen an die Mutter, mich und sich! Anschließend hantiert sie in der Küche mit der Kanne und kommt und schenkt allen Tee ein.

 

Sie hat die richtige Anzahl Tassen in der Hand.

 

Sie spielt „einschenken“ und macht dabei das passende Geräusch.

 

Gefühl für Mengen

 

 

Symbolspiel

 

Annabilderbuch 1.Geschichte

 

 

Sie spricht einige Wörter mit, einzelne spricht sie spontan. Keine lange Ausdauer.

 

Wortschatz, lautlich einfache Wörter

 

Lotto mit den lautlich einfachen Zweisilbern (12 Bilder – selbst gemalt)

 

 

Sie nimmt jede einzelne Karte, findet schnell den richtigen Platz und spricht mit mir langsam und deutlich die Zweisilber: Eu -le

 

Kognition, visuelle Wahrnehmung,

Artikulation

 

Kurzes Malen auf dem Blatt mit kurzen Stiften.

 

Krikelkrakel mit wechselnder Hand

 

 

Händigkeit

 

 

Sie zieht ein Spiel für Vorschüler aus dem Regal und öffnet es (während ich der Mutter gerade etwas erkläre).

Mit 4 Bechern und 28 Würfeln in 4 verschiedenen Farben spielen wir ein Sortierspiel. Anschließend leeren wir alle 4 Becher wieder in den Sack. Sie fordert es noch 3x ein: „nomal“

 

 

 

In kleinen Variationen spielen wir das Spiel 4x. Dabei hilft sie mir beim Sortieren oder folgt meiner Anweisung, mir z.B. die roten Würfel auf die Hand zu legen. Auch übernimmt sie sprachlich meine Anregung: „klick“ zu sagen, wenn der Würfel in den Becher fällt. Im 3.Spieldurchgang zählen wir die Würfel, die sie auf meine Hand legt: 1,2,3 – die 4 muss ich sagen.

Den 4.Spieldurchgang verkürze ich!

 

Sortieren n. Farben

Farbkenntnis

Sprachverstehen

 

Wortschatz

 

Menge abzählen

 

 

 

 

Bilderbuch „wo wohnst Du?“   - mit vereinfachter Sprache

 

 

Die Bildseiten auseinander zu schieben ist interessanter als das eigentliche Wahrnehmen der Tiere und ihrer Behausungen.

 

Wortschatz,

lautlich einfache Wörter

 

 

 

Inzwischen ist eine gute Stunde vergangen, es wird Zeit Schluss zu machen, die Dreijährige würde gerne weiterspielen ... aber es folgt nur noch das Teddybärenlied als Abschluss.

 

 

Was ist jetzt sinnvoll:

  • Wortschatzaufbau: einzelne Wörter anbieten oder wichtige Wörter in kurzen Phrasen betont sprechen. Dabei sollten einfach zu sprechende Laute bevorzugt werden.: ein Bär, eine Höhle ...
  • Für einen besseren Lippenschluss sind dies am besten die Lippenlaute m b p.   Zum Beispiel kann ein Schmusetier oder eine Puppe den Namen Mulle oder Malli oder Mia bekommen. Oder beim Essen können wir betont und wiederholt sagen „mmm, lecker“ und uns den Bauch reiben. Vielleicht übernimmt sie den Puppennamen und die kleine Geste bei der Leckerei schnell.
  • Gut zu sprechen sind auch l und n als Dauerlaute und auch d/t, j; s kann sie ja auch.
  • Zum Üben der Nasenatmung kann man das Riechen anregen: 1x lang oder schnuppern: 3x kurz. Geeignet sind besonders Orangen- / Mandarinenschalen, deren Duft man gut wahrnehmen kann ...
  • Die Wörter sollten einsilbig oder zweisilbig sein und deutlich gesprochen werden, sodass sie die Laute im Wort auch hört. Geeignet ist hierfür ein Lotto, z.B. die Bilder aus der Anna oder meine selbstgemalten Zweisilber. Am besten werden die 12 Bilder mehrfach kopiert. Ein Blatt wird halbiert, sodass wir 2 Grundkarten zu je 6 Bildern haben. Ein Blatt wird in 12 Einzelkarten zerschnitten. Nun können wir die Einzelbilder auf die 2 Grundkarten sortieren und dabei jedes einzelne Wort deutlich (möglichst mehrfach) sprechen.
  • Als Farbspiel wäre es auch möglich, die 12 Bilder in blau – rot – gelb (evtl auch lila (lautlich einfach) und grün) anzumalen. Beim Lotto kann man dann auch sagen: Das ist ein roter Dino, das ist ein blauer Besen, das ist eine gelbe Hose... Auf diese Weise können wir erste einfache Satzmuster anbieten.

 

Das reicht für den Augenblick!

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