Sprachanfang

Jedes Kind hat seinen eigenen Sprachanfang mit eigenen Worten

 

Eine Homepage, in der ich meine Erfahrungen als Sprachtherapeutin im Frühbereich weitergeben möchte.        Theda Hiller

 

Hinweis: Da ich als Sonderschullehrerin der Schweigepflicht unterliege, sind alle vorkommenden Namen geändert, die Materialien stammen von mir selber - Fotos und Zeichnungen - und die Ideen ebenfalls.  

Sollte jemand ein Foto kopieren / entnehmen, so bitte ich denjenigen fairerweise meinen Namen dazuzusetzen, da die Urheberrechte bei mir liegen.   Theda Hiller

März 2018:

Auch bei uns wird das Wetter für die Hasen nun freundlicher ...

inzwischen müssen sie ihre Eier doch nicht mehr in den Schnee legen. Sogar die Osterglocken kommen rechtzeitig  heraus.

 

April 2018:

Schon lange habe ich im Kopf, einige Schneckenideen hier festzuhalten. Das Frühjahr ist besonders geeignet, da man unter den noch kahlen Büschen einige leere Schneckenhäuser findet. - Die beiden Hasen haben mir bei meiner Suche kurz vor Ostern geholfen.

 

Juni 2018:

Der Sommer ist da, das Schneckenthema spukt weiter in meinem Kopf herum  (-->Sch-Buch + Sprachtherapie allgemein --> Sch-Therapie - neue Ideen), zumal ich in der Sprachtherapie nach wie vor sehr häufig mit Kindergartenkindern den Laut /sch/ üben muss.

Allerdings schiebt sich derzeit bei mir die Frage in den Vordergrund, wie ich effektiv den Laut, der noch nicht gut eingeübt und sicher verwendet wird, üben kann. aus dem Bereich der Entwicklungsdyspraxie kommt der Gedanke, einen Laut, eine Silbe, ein Wort mehrfach zu wiederholen.

Auf die Schnecken bezogen könnte dies heißen, dass ich eine Reihe aus 5 - 8 Schnecken lege und jede Schnecke antippe und das Wort "Schnecke" deutlich sage. Als kleine Übung neben dem Memory oder einem Malbild der Schnecke akzeptieren die Kinder diese konzentrierte Übung gerne. Mit einem Mädchen habe ich immer überlegt, wie oft wir das Wort sprechen (das Tier bei seinem Namen rufen) wollen. Wir fingen mit 4x an und sie steigerte die Zahl ständig, bis wir bei 10 waren - alle Achtung und sie durfte dirigieren und hatte sichtlichen Spaß!

 

Bei über weit über 192.000 Besuchern bedanke ich mich für das Interesse.

 

Längst haben sich zu meinen Beiträgen zum Sprachanfang weitere Untertitel zu den Themen Sprachförderung, Lerngeschichten, Kindergarten sowie Sprachtherapie (begrenzter Interessentenkreis?) gesellt. Auch bemühe ich mich um jahreszeitliche Beiträge für Sprachanfänger und für Kindergartenkinder.

 

Es lohnt sich also, verschiedene Kapitel aufzumachen und zu stöbern oder sich an den 

"Neuen / aktuellen Seiten"  in der linken, unteren Spalte zu orientieren.

 

Aus privatem Notstand hatte ich ein Pause eingelegt, nun aber (1.10.2016) die Herbstideen aktualisiert.  Inzwischen sind auch die Ideen zur Winter-, Faschings- und Osterzeit usw.  in der linken Spalte gut auffindbar unter "Neue/aktuelle Seiten" angeordnet - das Aktuellste jeweils als erstes !

 

Ein gutes 2018 !

Meine Themenschwerpunkte geben mir die Kinder vor, mit denen ich gerade zu tun habe. Die Spannbreite liegt zwischen Sprachanfängern - im Alter ab ca 2 1/4  Jahren - und künftigen Erstklässlern, die bald den Alltag einer Regelschule bewältigen sollen.

 

Falls Sie Anregungen oder Fragen haben:  sprachanfang@gmail.com

 

 

 

***** Meine Sternstunden --> etwas weiter unten

 

 

Eine kleine Geschichte zum Sprachanfang:

Ich höre hinter mir in der Bank "dust", kurze Zeit später wieder "dust" und bald drauf noch einmal "dust", bis schließlich der Vater reagiert und seinem Töchterchen eine Trinkflasche reicht.

Meine eigenen Kinder haben "lasche" bzw. "tinten" gesagt. Hellhörig geworden, begann ich herumzufragen und erfuhr verschiedenste Wörter, mit denen dieser Sachverhalt ausgedrückt werden kann :

dust oder dorscht

hunger oder ham      --> synonym gebraucht für Trinken

ein     --> gemeint ist einschenken

auf    --> für auffüllen oder aufmachen und nachfüllen

alle   oder   leer  oder  babela  (=schwäbisch)

tinken oder tinten oder tinting oder kringe oder innen  --> für Trinken

pulle oder lasche oder lasse   --> für Flasche

Schmatzgeräusch oder Schlürfgeräusch

hm Tee --> heißt etwa:  ich möchte mehr Tee

Tee, Mi (Milch),  Kakaun (Kakao), asser (Wasser), saf (Saft), dudel (Sprudel) ...

bim   --> meint das Geräusch von der Mikrowelle, wenn die Milch warm ist.

 

All diese Wörter zeigen, dass die Kinder das sprechen, was Ihnen angeboten wird. Es gibt also nicht bestimmte erste Worte, sondern jedes Kind bekommt seine eigenen ersten Worte in seiner Familie mit!                                                       

 

Am Sprachanfang äußern die Kinder zunächst

  • einzelne Worte,
  • dann Wortgruppen      --> manche Kinder verharren recht lange auf dieser Stufe
  • kleine Sätze
  • und schließlich beherrschen sie längere Sätze mit richtigen grammatischen Formen und richtiger Aussprache.

Zumeist gehen die Kinder diesen sprachlichen Weg gemeinsam mit ihrer nahen Umgebung in der Familie - evtl. mit zusätzlicher, kleinkindgerechter Betreuung.

Die Kinder benötigen vor allem in der Sprachlernphase direkten Kontakt, viel Ansprache und ein interessantes Angebot an Wörtern - zunächst an lautlich einfachen Wörtern !                                                                                                                                                                

 

Genauere Informationen entnehmen Sie bitte den Kapiteln

  • Sprachanfang,
  • Sprachentwicklung,
  • Diagnostik und
  • Sprachförder.- Sprachanfänger.

 

 

Meine Sternstunden:

 

 

  • wenn ein 2 1/2 Jahre altes Mädchen vom Schoß der Mutter runter rutscht und näher zu mir rückt, um besser mitspielen zu können
  • wenn ein dreijähriges Mädchen, das längere Wörter immer verkürzt (Banane --> nane), meinen 4er Rhythmus Ei - er - be - cher aufgreift und das Wort mehrfach ohne mich in fast singendem Ton skandiert
  • wenn unser ANNA-Buch bei einem Dreijährigen mit sehr kleinem Wortschatz allabendlich als Gute-Nacht-Geschichte angeschaut wird
  • und wenn er dieses ANNA-Buch nach 8 Monaten immer noch neben dem Feuerwehrbuch als Gute-Nacht-Buch daher bringt
  • wenn ein vierjähriges Mädchen bei unserem Teddybären-Abschlusslied erstmals mitsingt
  • wenn nach 18 vorgesprochenen Mustersätzen bei unserem Einkaufsspiel der Junge erstmals die Verbzweitstellung aufgreift: "ich kaufe ..."  statt: ich das Flugzeug kaufen.
  • wenn eine Mutter mir sagt, dass sie meine Art ganz einfach zu sprechen übernommen hätte, und dies dem Kind schon sehr viel geholfen hätte.
  • wenn ich mit einem fünfjährigen Mädchen einen weiten Umweg über kl-Wörter und kr-Wörter gehen muss und dann der isolierte Laut /k/ nach dieser langen Vorübung wie von selbst gelingt - wir haben um die Wette gestrahlt!

 

Manchmal bin ich auch einfach nur erstaunt:

  • wenn ein Dreijähriger beim Schneemannmemory in einfacher Form zu mir sagt: "gell, das reimt sich:  Topf auf dem Kopf."