Sprachanfang

Jedes Kind hat seinen eigenen Sprachanfang mit eigenen Worten

 

Eine Homepage, in der ich meine Erfahrungen als Sprachtherapeutin im Frühbereich weitergeben möchte.        Theda Hiller

 

Hinweis: Da ich als Sonderschullehrerin der Schweigepflicht unterliege, sind alle vorkommenden Namen geändert, die Materialien stammen von mir selber - Fotos und Zeichnungen - und die Ideen ebenfalls.  

Sollte jemand ein Foto kopieren / entnehmen, so bitte ich denjenigen, fairerweise meinen Namen dazuzusetzen, da die Urheberrechte bei mir liegen.   Theda Hiller

Wieder eine kleine Sendepause

Unsere Kultusministerin macht mich sehr nachdenklich. Als Sprachheillehrer dürfen wir in Zukunft fast nur noch beratend im Frühbereich tätig sein. Erst in der Schule dürfen wir aktiv werden und Sprache fördern, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist.

  • Was mache ich nun mit meinen Erfahrungen im Frühbereich?
  • Welche Fördermaßnahmen kann ich weitergeben,
  • Wodurch kann ich die Erzieherinnen fit machen, dass sie von meinem Repertoire mehr in den Alltag einbauen - schwierig, da sie sowieso schon den Spagat zwischen älteren und jüngeren Kindergartenkindern leisten müssen und dann noch die schulvorbereitenden Voraussetzungen schaffen sollen.
  • Welche Übungen und welches Material ist besonders effektiv und in kurzen Einheiten geeignet,  ein Kind einzeln oder in Dreiergruppen zu fördern.

Fragen, die mich in diesem Kürzungswahnsinn daran festhalten lassen, dass eine sprachliche Förderung im Kindergarten auch aus pädagogischem Sichtwinkel sehr sinnvoll ist.

März 2018:

Auch bei uns wird das Wetter für die Hasen nun freundlicher ...

inzwischen müssen sie ihre Eier doch nicht mehr in den Schnee legen. Sogar die Osterglocken kommen rechtzeitig  heraus.

 

Oktober 2018:

Eigentlich haben wir von Ostern bis Oktober wunderbares Sommerwetter gehabt, da mag ich noch gar nicht vom Herbst sprechen.

Allerdings ist die Erntezeit in vollem Gange, und die Färbung der Blätter wird wohl auch bald voranschreiten, sodass ich auf diese Themen unter "Aktuelle Seiten" aufmerksam machen möchte.

 

Bei über weit über 192.000 Besuchern bedanke ich mich für das Interesse.

 

Längst haben sich zu meinen Beiträgen zum Sprachanfang weitere Untertitel zu den Themen Sprachförderung, Lerngeschichten, Kindergarten sowie Sprachtherapie (begrenzter Interessentenkreis?) gesellt. Auch bemühe ich mich um jahreszeitliche Beiträge für Sprachanfänger und für Kindergartenkinder.

 

Es lohnt sich also, verschiedene Kapitel aufzumachen und zu stöbern oder sich an den 

"Neuen / aktuellen Seiten"  in der linken, unteren Spalte zu orientieren.

 

Aus privatem Notstand hatte ich ein Pause eingelegt, nun aber (1.10.2016) die Herbstideen aktualisiert.  Inzwischen sind auch die Ideen zur Winter-, Faschings- und Osterzeit usw.  in der linken Spalte gut auffindbar unter "Neue/aktuelle Seiten" angeordnet - das Aktuellste jeweils als erstes !

 

Ein gutes 2018 !

Meine Themenschwerpunkte geben mir die Kinder vor, mit denen ich gerade zu tun habe. Die Spannbreite liegt zwischen Sprachanfängern - im Alter ab ca 2 1/4  Jahren - und künftigen Erstklässlern, die bald den Alltag einer Regelschule bewältigen sollen.

 

Falls Sie Anregungen oder Fragen haben:  sprachanfang@gmail.com

 

 

 

***** Meine Sternstunden --> etwas weiter unten

 

 

Eine kleine Geschichte zum Sprachanfang:

Ich höre hinter mir in der Bank "dust", kurze Zeit später wieder "dust" und bald drauf noch einmal "dust", bis schließlich der Vater reagiert und seinem Töchterchen eine Trinkflasche reicht.

Meine eigenen Kinder haben "lasche" bzw. "tinten" gesagt. Hellhörig geworden, begann ich herumzufragen und erfuhr verschiedenste Wörter, mit denen dieser Sachverhalt ausgedrückt werden kann :

dust oder dorscht

hunger oder ham      --> synonym gebraucht für Trinken

ein     --> gemeint ist einschenken

auf    --> für auffüllen oder aufmachen und nachfüllen

alle   oder   leer  oder  babela  (=schwäbisch)

tinken oder tinten oder tinting oder kringe oder innen  --> für Trinken

pulle oder lasche oder lasse   --> für Flasche

Schmatzgeräusch oder Schlürfgeräusch

hm Tee --> heißt etwa:  ich möchte mehr Tee

Tee, Mi (Milch),  Kakaun (Kakao), asser (Wasser), saf (Saft), dudel (Sprudel) ...

bim   --> meint das Geräusch von der Mikrowelle, wenn die Milch warm ist.

 

All diese Wörter zeigen, dass die Kinder das sprechen, was Ihnen angeboten wird. Es gibt also nicht bestimmte erste Worte, sondern jedes Kind bekommt seine eigenen ersten Worte in seiner Familie mit!                                                       

 

Am Sprachanfang äußern die Kinder zunächst

  • einzelne Worte,
  • dann Wortgruppen      --> manche Kinder verharren recht lange auf dieser Stufe
  • kleine Sätze
  • und schließlich beherrschen sie längere Sätze mit richtigen grammatischen Formen und richtiger Aussprache.

Zumeist gehen die Kinder diesen sprachlichen Weg gemeinsam mit ihrer nahen Umgebung in der Familie - evtl. mit zusätzlicher, kleinkindgerechter Betreuung.

Die Kinder benötigen vor allem in der Sprachlernphase direkten Kontakt, viel Ansprache und ein interessantes Angebot an Wörtern - zunächst an lautlich einfachen Wörtern !                                                                                                                                                                

 

Genauere Informationen entnehmen Sie bitte den Kapiteln

  • Sprachanfang,
  • Sprachentwicklung,
  • Diagnostik und
  • Sprachförder.- Sprachanfänger.

 

 

Meine Sternstunden:

 

 

  • wenn ein 2 1/2 Jahre altes Mädchen vom Schoß der Mutter runter rutscht und näher zu mir rückt, um besser mitspielen zu können
  • wenn ein dreijähriges Mädchen, das längere Wörter immer verkürzt (Banane --> nane), meinen 4er Rhythmus Ei - er - be - cher aufgreift und das Wort mehrfach ohne mich in fast singendem Ton skandiert
  • wenn unser ANNA-Buch bei einem Dreijährigen mit sehr kleinem Wortschatz allabendlich als Gute-Nacht-Geschichte angeschaut wird
  • und wenn er dieses ANNA-Buch nach 8 Monaten immer noch neben dem Feuerwehrbuch als Gute-Nacht-Buch daher bringt
  • wenn ein vierjähriges Mädchen bei unserem Teddybären-Abschlusslied erstmals mitsingt
  • wenn nach 18 vorgesprochenen Mustersätzen bei unserem Einkaufsspiel der Junge erstmals die Verbzweitstellung aufgreift: "ich kaufe ..."  statt: ich das Flugzeug kaufen.
  • wenn eine Mutter mir sagt, dass sie meine Art ganz einfach zu sprechen übernommen hätte, und dies dem Kind schon sehr viel geholfen hätte.
  • wenn ich mit einem fünfjährigen Mädchen einen weiten Umweg über kl-Wörter und kr-Wörter gehen muss und dann der isolierte Laut /k/ nach dieser langen Vorübung wie von selbst gelingt - wir haben um die Wette gestrahlt!

 

Manchmal bin ich auch einfach nur erstaunt:

  • wenn ein Dreijähriger beim Schneemannmemory in einfacher Form zu mir sagt: "gell, das reimt sich:  Topf auf dem Kopf."