Oster - Wortschatzsammler       (mod.Idee: Theda Hiller)

 

Unser Fortbildungsthema Wortschatzsammler / Wortschatzfinder (in Anlehnung an Prof. K. Motsch) habe ich in der Osterzeit umgesetzt.

 

Ich gehe von einer Kindergartengruppe aus. Besser wäre eine Kleingruppe, mit der sich das Wortschatzsammler - Spiel aus der Großgruppe aber auch gut wiederholen und vertiefen ließe.

In der Stuhlkreismitte liegen auf einem Tuch 5-10 Gegenstände, die zum (weltlichen) Thema Ostern passen. Dazu fallen mir ein:

Osternest, Osterei, Pinsel, Farbtopf, Muster, Osterhase, Schokoladenei, Schokoladenosterhase, Eierkocher, Eierbecher, Osterkorb, Osterserviette, Hasenfamilie, Hühnerstall, Huhn, Hahn, Küken, Eidotter, Eigelb/Eiweiß, hart gekochtes Ei, ausgeblasenes Ei ...

Wichtig ist bei der Auswahl der Wörter, dass auch neue, ungewöhnliche Wörter für die Kinder dabei sind, damit sie einen Wortschatzzuwachs haben.

 

In Anlehnung an Prof. Motsch sagen / üben wir nicht, was die Kinder alles wissen, sondern bringen ihnen bei, nach dem zu fragen, was sie noch nicht wissen.

 

Da diese Fragestrategie für die Kinder neu ist, wird eine Handpuppe, die normalerweise das Gruppen- geschehen begleitet, zum Vorbild und macht das Spiel vor:

Die Handpuppe nimmt ein Fernrohr und schaut sich die Dinge auf dem Tuch in der Stuhlkreismitte an. Dazu spricht sie etwa:" Oh, was liegt denn da, was ist das denn alles? Da liegt was, das kenne ich noch gar nicht, was ist das wohl? Das möchte ich unbedingt haben und kennenlernen. Das sieht ja toll aus, wie heißt das wohl?" - Dieser komplexe Sprachblock ist als Anregung gedacht, vereinfacht und mit viel weniger Sprache kann man auch sagen: "Das kenne ich noch nicht, wie heißt das?"

Die Handpuppe nimmt den unbenannten Gegenstand zu sich und gibt das Fernrohr weiter an ein Kind, das sich schnell in neue Abläufe hineindenken kann und das Spiel- und Sprachmuster sofort übernehmen kann. Das Kind bekommt das Fernrohr und sucht nach einem Gegenstand, dessen Namen es nicht weiß. Diesen Gegenstand nimmt es in die Hand und gibt das Fernrohr weiter an ein neues Kind. Evtl. kann man auch in die Runde fragen: "Wer möchte auch noch gerne einen Namen kennenlernen, wer möchte auch durch das Fernrohr etwas Unbekanntes finden?" Es kann sein, dass einige Gegenstände in der Mitte liegen bleiben, die allen Kindern mit Namen bekannt sind. Man kann sie ja vorsichtshalber nochmals nennen und in einen Korb legen.

 

Nun geht es daran, die unbekannten Dinge kennenzulernen. Wieder ist die Handpuppe dran, die vielleicht schon ungeduldig fragt: "Du, was hab ich denn hier, wie heißt das denn nun, sag es mir doch mal." Dabei spricht die Handpuppe die Erzieherin an, denn die Kinder sollen ja lernen, den (im Normalfall) Erwachsenen zu fragen, wenn sie etwas nicht wissen. Die Erzieherin lässt sich den Gegenstand beschreiben und sagt selbst den Namen oder lässt andere Kinder vor, die den Namen auch schon kennen.

Da die Handpuppe wissbegierig ist, sagt sie selber den Namen mehrfach: "Aha, das heißt Eierbecher, das ist also ein Eierbecher. Warum stelle ich denn ein Ei in den Eierbecher, ich kann das Ei doch auch mit der Hand festhalten? Also gut, dann habe ich jetzt einen Eierbecher für mein Frühstücksei."

Auf die gleiche Weise werden die anderen Dinge angeschaut, beschrieben und die Namen erarbeitet. Die Handpuppe tritt immer wieder als Berater bei den Kindern auf und sagt zu ihnen: "Hej, wenn du das Wort nicht weißt, frag doch Frau ... bzw. Steffi ..." und meint die Erzieherin, die den Wortschatzsammlern am besten helfen kann - denn die weiß ja ganz viel.

Während das Kind oder die Kindergartengruppe das Ding beschreibt, erklärt und damit hantiert, werden verschiedene Sinne aktiviert, und das neue Wort wird in einen deutlich größeren Rahmen gesetzt, als wenn dem Kind nur der Name genannt wird. Hier erfolgt gleich eine Vernetzung, der sich der Name zugesellt.

 

Zur Festigung der neuen Wörter schlägt Prof Motsch das dreimalige Wiederholen jedes neuen Wortes vor. "Eierbecher, Eierbecher, Eierbecher" - er führt dies bei den Kindern als Zaubertrick ein, mit dem sie sich das neue Wort besser einprägen können - ich finde, man könnte daraus auch ein Klatschspiel mit den Kindern machen und mehrfach das Wort sprechen und dabei klatschen/patschen. Auf den Ei-er-be-cher bezogen fällt mir spontan ein : 2x in die Hände klatschen, dann 2x auf die Oberschenkel schlagen (=patschen)

 

Die neuen Gegenstände werden sichtbar aufbewahrt, evtl. auch als Bildkartenmaterial zusätzlich ausgelegt.