Präpositionen mit einem Lied und einem Versteckspiel

                          Wo          wo          wo          -         ist        mein       klei  -   ner      Floh?

 

 

 

weitere Zeile:       auf          der         Bank                      o -        der        auf       dem    Schrank ?

 

                                  

 

Mit der ersten Liedzeile kann man ein Versteckspiel einleiten.

 

Zum Verstecken eignen sich ganz verschiedene Gegenstände.

  • Wenn im Kindergarten das Thema Obst oder Ernten dran ist, verstecken wir Äpfel (wir haben im Kaufladen dafür Plastikäpfel!) ...
  • Wenn ich in der Artikulationstherapie das /sch/ übe, verstecke ich Schaufel, Schal und        Schatz (!) ...

Genauere Beispiele finden sich in folgendem Text (auch erschienen in unserer Schulzeitung 2014) :

Übung macht den Meister

In der Sprachförderung gibt es 2 Wege:

  • Wir reden miteinander im Alltag, im Spiel, bei einer Beschäftigung, vermitteln dabei die übliche Satzstellung, grammatische Formen, Redewendungen und viele neue Worte und verbessern „spielerisch“, d.h. unauffällig und ohne Tadel, eine fehlerhafte Aussage.
  • Wir üben gezielt einen Bereich, der sich im sprachlichen Miteinander einfach nicht verbessern will.

 

Bei einer Drei- bis Vierjährigen kann diese Übung so aussehen:

Wir sammeln einige Gegenstände im Raum und legen sie vor uns hin. Dann nehme ich einen Gegenstand und verstecke/ lege ihn vor den Augen des Kindes, z.B. unter den Tisch. Da jüngere Kinder normalerweise den gleichen Ort zum Verstecken nehmen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ihr Gegenstand auch unter den Tisch wandert. Ich begleite unser beider Handlung entsprechend: „ Die Kuh kommt unter den Tisch“, bzw. „die Schere kommt unter den Tisch“. Wenn ich besonders die Präposition „unter“ üben möchte, wandern vielleicht mit sprachlicher Begleitung alle Dinge unter den Tisch.

Wenn ich 2 Präpositionen gegeneinander stellen möchte, stelle ich vielleicht einen Stuhl zwischen uns und lege Gegenstände auf oder unter den Stuhl. Wir handeln beide und ich begleite dies sprachlich.

Soll das Kind sprechen, frage ich: „wohin soll ich das Schwein legen, auf den Stuhl oder unter den Stuhl?“ Beim Angebot zweier Alternativen bekomme ich meistens eine Antwort.

Habe ich ein Kind, das noch nicht bereit ist, mein Spiel mitzumachen, muss ich mir Hilfe suchen. Gerne nehme ich den handlichen, weißen Bären. Der spielt das Versteckspiel eine Weile und fordert das Kind auf, mitzutun. Der Bär erzählt auch selber, was er tut! Wenn die Stimme - meine - leise wird, hat der Bär viel Aufmerksamkeit. Bei jüngeren Kindern wird es dennoch ein kurzes Spiel sein.

Neulich versteckten der Bär und der Junge jeweils einen roten, einen blauen und einen gelben Muggelstein. Wir/sie taten 2 Steine in das Waschbecken, 2 in den Schrank und 2 in die Badewanne vom Puppenhaus. Als alle 6 Steine versteckt waren, kam die Frage: „wo sind denn nur die Muggelsteine?“

Achtung Falle: Auf die Frage wo, müssen wir mit Dativ antworten: unter dem Tisch ...

Ich kann dies nur dadurch umgehen, dass ich sage: „Ach ja, der Bär hat den Muggelstein unter den Tisch gelegt“, und mich damit wieder auf das Wohin beziehe.

 

Da sich Würfel in letzter Zeit für mich als gute und kurze Übungsmöglichkeit erwiesen haben, erstellte ich einen Würfel für die Präpositionen in / auf, den wir einsetzen können, wenn das Handeln mit Gegenständen durch die Bildebene ergänzt oder abgelöst werden kann.

Sicher folgen weitere Würfel - je nach Bedarf.

 

Theda Hiller

www.sprachanfang.depraepo-wuerfel-mit-maus