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Sprachliche Förderung von Zwei- bis  Dreijährigen                                                       Theda Hiller

 

Wenn wir ein zweijähriges Kind haben und in der Sprachentwicklung unterstützen möchten  

oder:

Wenn ein dreijähriges Kind zu mir kommt und nur 20 Worte spricht,

versuche ich, zu ihm Kontakt aufzunehmen. Entweder wird es von dem vielfältigen Spielmaterial im Raum angelockt und ich begleite es, oder es sitzt auf dem Schoß der Mutter und ich zeige ihm etwas, z.B. sammele ich in einen Eimer mehrere Bauernhoftiere ein, hole sie in der Nähe des Kindes aus dem Eimer und stelle sie auf den Tisch. Dazu erzähle ich in wenigen Worten etwas zu den einzelnen Tieren.

Neben der Erweiterung des Wortschatzes fällt mein Hauptaugenmerk darauf, was das Kind hört (Reaktion auf Geräusche) und versteht. Manchmal versteht es "alles" wie Mütter gerne beteuern, aber manchmal ist sein Verstehenshorizont von Sprache auf wenige Schlüsselwörter beschränkt.

 

Evtl. biete ich dem Kind auf dem Schoß der Mutter auch ein Bilderbuch an - wir schauen die ANNA an, unser Bilderbuch mit lautlich sehr einfachen Wörtern wie Uhr, Baum, Auto, Ball, Bär, Hammer, Ente, Ei, Bier, Tee, Eis ... und natürlich der Name Anna selber! Alle Wörter sind auch als Gegenstände vorhanden!

 

Läßt sich das Kind nach einiger Zeit vom Schoß der Mutter herunterlocken, führt unser erster Weg zum Bauernhof. Wir setzen uns auf den Boden und holen Tiere heraus. Dies kommentiere ich: Das Pferd kommt: hü, die Kuh kommt: muh ... oder schau, das Huhn, schau, der Hund ...  oder hallo Hahn, hallo Schaf ...  dabei nenne ich immer auch die Tiergeräusche, die das Kind teilweise sogar mitmacht: muh, mäh, hü, üüüü (Hahn), natnat (Ente), gagaga (Huhn), wauwau, miau. Somit hört das Kind von mir die  lautmalerischen Tiergeräusche und kleine grammatische Strukturen.

 

In der ersten Zeit steht die Erweiterung des Wortschatzes im Vordergrund. Dazu verwende ich einsilbige und zweisilbige Wörter mit leicht zu sprechenden Lauten (Vokale, Labiallaute m b p, Dentallaute mit Dauerlautcharakter f w l n - die Explosiva d t gelingen auch häufig ...) und biete sie in den verschiedenen Spielsituationen an:

 

Wörter aus ihren Erlebnisbereichen: Namen, Tierlaute und Tiernamen, Körperteile, Spielzeug ...

            das Auto fährt zum Turm

            der Zug fährt durch einen Tunnel

            wir sammeln Gegenstände in einen Eimer

            wir packen Lebensmittel in die Tüte, bezahlen mit Euro

            die Puppe zieht einen Pulli an

            in der Puppenküche decke ich Teller, Löffel …

            wir kochen Suppe

            wir schieben den Laster ( wie Felix im Bilderbuch!) den Berg hoch

            im Sandkasten lade ich Sand auf

            am Bauernhof holt der Mann das Huhn, die Ente

            der Hund läuft weg - die Kuh hat Futter

            die Tür mache ich auf / zu, das Licht an / aus

            der Bagger hebt seine Schaufel hoch / runter

            der Geldbeutel ist leer

               wir malen den Ball  lila an

            der Panda hat ein Ohr, einen Mund, einen Po

            das Schlusslied handelt vom Teddybären

 

-->  ich spreche in kleinen grammatischen Einheiten, das Kind spricht einzelne Worte.

 

Die Worte vom Kind sind oft nur der Spur nach richtig, aber ich freue mich trotzdem, dass es spricht, auch wenn es "dunter" (runter) oder "Tator" (Traktor) sagt. Wenn das Kind etwas älter ist und die Farben unterscheidet, äußert es evtl. "bau", "hot",  "delb" und zeigt, was es schon weiß!

 

Nach einiger Zeit erweitert das Kind seinen Wortschatz und verwendet Zweiwortkombinationen oder auch Einzelwörter, an denen Flexionen zu erkennen sind: meins, hole, das Eimer (=das ist ein Eimer), Tellers --> es beweist, dass es zugehört und Wörter seiner Umgebung aufgegriffen hat.

 

Wenn ein dreijähriges Kind kommt und deutlich mehr als 20 Wörter spricht, versuche ich, den Lautbestand zu erfassen und die grammatischen Strukturen zu erkennen, die es bereits benutzt. Dies geschieht alles unter der Voraussetzung, dass das Kind mich als Spiel- und Gesprächspartner anerkennt und mit mir spricht.

 

Auch hoffe ich, dass das Kind von mir gezielte Spiel- und Sprachangebote akzeptiert und auf-greift, sei es, dass wir den Lippenlaut /m/ stabilisieren mit dem "Mann" von der Baustelle oder dem Mann aus dem Puppenhaus ... oder dass wir Grammatik aufbauen. Wir machen Bewegungsspiele oder spielen mit den Gegenständen des Kaufladens, Bauernhofes, Puppenhauses, der Baustelle, der Eisenbahn, mit den verschiedenen Fahrzeugen am Parkhaus usw und gebrauchen bei der handlungsbegleitenden Sprache einfache grammatische Strukturen:

  • Zwei - Dreiwortkombinationen: Subjekt + Prädikat :

            Der Bär hüpft / läuft     ( mit Bauklötzen und Seil )

            Tom baut, Tom malt, Tom sitzt, Tom liegt …

            Der Bär tanzt, wir tanzen, der Bär schläft, wir schlafen, der Bär rennt, wir rennen ...

            Die Kuh schläft, die Ente schläft, das Huhn schläft        ( Bauernhof )

            Der Junge schaukelt, der Junge trinkt   ( am Puppenhaus )

            Felix schiebt, Felix fährt, Felix schläft

            Der Hund frisst, der Hund trinkt, der Hund rennt …

            Der Laster fährt, der Tanker fährt, der Traktor fährt, der Bagger fährt ...

            Der Hase frisst   à Möhre, Apfel, Birne aus dem Kaufladen

  • Mehrwortkombinationen:  Subjekt  +  Prädikat  +  Objekt :

            Einfach:            Das ist ein/ der ....    = Nominativ     ( "das Benennspiel")

            mit Flexion:       Tom isst die Birne, Tom isst den Apfel ...

                                   Der Bär,  der Rabe,  der Panda ... hat  ...einen Hut, eine Möhre, ein Bett

                                   Ich hole den Bären, die Maus, das Schaf (unterschiedliche Artikel)

                                   Ich nehme das Ei, ich nehme das Haus (gleicher Artikel)

                                   Ich kaufe Eier, ich kaufe Äpfel, ich kaufe Käse  (Plural)

                                   Das Kind fährt mit dem Roller  (Dativobjekt)

  • aber auch Phrasen:   in die Tüte - in den Eimer - in den Korb

                                     zum Turm  - zum Hof     (diese angebotenen Ziele bieten Alternativen)

 

Da wir den Sprachaufbau der Kinder unterstützen, müssen wir im Weiteren aufbauen:  Plural-, Verbformen, Artikel, Präpositionen, Adjektivformen ...               

 

 

Jedes Kind hat seinen eigenen Sprachaufbau, daher muss ich mich in allen Bereichen sehr gut auskennen:

  • Wortschatz
  • Artikulation
  • Grammatik,

 

und ich muss dem Kind zugewandt sein, ihm Raum geben, aber es auch an die Hand nehmen und anregen.

 

Die Eltern - häufig die Mutter - sind immer anwesend und bieten damit dem Kind den nötigen Rückhalt, um sich mir öffnen zu können. Gleichzeitig erleben sie mein Sprach- und Spielverhalten und können dieses zuhause fortsetzen.                  Theda Hiller  16.März 2012

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