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Sprachaufbau und Sprachanregung im Spiel

Im Kindergarten treffe ich immer wieder auf Dreijährige mit deutsch als Zweitsprache. Sie kommen in den Kindergarten mit sehr geringen Kenntnissen der deutschen Sprache. Normalerweise nehme ich die neuen Dreijährigen nicht, sie müssen sich ja erst in den Kindergarten eingewöhnen. Es zeigt sich häufig, dass sie schnell deutsch lernen  und  eine spezielle Hilfe gar nicht benötigen.

Seit September kommt aber der kleine Bruder einer Vorschülerin regelmäßig mit - zunächst aus Verlassenheits-ängsten und Anhänglichkeit, dann aus Neugierde. Inzwischen weiß ich, dass er recht langsam dazu lernt und dass er für meine sprachliche Unterstützung offen ist. Im Normalfall bekommt er kleine Aufgaben im Rahmen dessen, was ich mit seiner großen Schwester üben möchte. Irgendeine Aufgabe zur Erweiterung seines Wortschatzes findet sich immer.

 

Letzte Woche war die Schwester krank und er kam selbstverständlich alleine mit mir mit!

Vielleicht ist das einfache Memory mit Zeichnungen von Dick Bruna (Ravensburger) das richtige Spiel.

Ich nehme die 8 Haufen aus dem Spielkasten heraus und fordere ihn auf, von einem Haufen eine Karte zu nehmen. Wir haben folgenden Dialog:

" eine Ball"         -      ich sage richtiger und im ganzen Satz: "Das ist ein Ball." 

" eine Puppe"    -    "Das ist eine Puppe."

" eine Auto"       -    "Das ist ein Auto."

 

Wir drehen nun mehrere Karten um, benennen sie und lassen sie alle offen liegen. Bald kommt der 2. Ball hinzu und ich sage: "2 Bälle kommen weg" und lege die Bälle in den Deckel. Somit habe ich als Spielidee vorgegeben, dass wir die 2 gleichen Bilder weglegen ( ich nenne es "Einfachmemory" ) und ein einfaches Satzmuster dazu sagen. Unser Dialog geht weiter:

"Stuhl"               -   "Das ist ein Stuhl"

"Regenschirm"   -   "Das ist ein Regenschirm, 2 Kinder stehen unter dem Regenschirm und werden nicht nass" (= einfache Satzerweiterung, zum Aufbau von Wissen und Wortschatz.)

"ein Haus"         -   "Ach, das ist ein Zelt, das hat kein Fenster."

"einen Zug, ein Zug fährt" 

Nun decke ich auch einen Zug auf: "das ist ein Zug, 2 Züge fahren weg" so wiederhole ich seinen kleinen Satz.

Er meint: "it ahr eg"  (= ich fahr weg)

 

...

 

"ein Baum"

Ich bin dran: "Das ist ein Haus, siehst du, das Haus hat ein Fenster und ne richtige Tür. Da ist noch ein Haus, 2 Häuser kommen weg." Darauf meint er: "die läufen".

 

Wir spielen nur 5 von den 8 Haufen (zu je 4 Paaren). Dadurch dass immer wieder Karten weggelegt werden, behalten wir die Übersicht.

 

Dabei geschieht folgendes:

  • ich biete ihm ein Satzmuster an: Das ist ein /eine ...    und:  die ... kommen weg
  • ich biete ihm Wortschatzerweiterung an: er sagt Auto, ich sage genauer: Das ist ein Laster. Er korrigiert sich: Lasterwagen - ich sage nochmals: Laster.
  • wir sprechen über einzelne Bilder, soweit eine Handlung erkennbar ist - dabei erzähle ich evtl. auch in einfachen kurzen Sätzen, damit er mehr Sprache hört
  • ich korrigiere seine Grammatik: "ich bin Wasser"  --> ich bin im Wasser

 

Unser gemeinsames Spiel geht ca. über 15 Minuten. Da er nicht den ganzen Tag von mir Korrekturen hört, wird er sich auch nicht so sehr korrigiert fühlen, sondern unser gemeinsames Spiel als Spracherweiterung ansehen.              Theda Hiller

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