Sprachanfang

Jedes Kind hat seinen eigenen Sprachanfang mit eigenen Worten

 

Eine Homepage, in der ich meine Erfahrungen als Sprachtherapeutin im Frühbereich weitergeben möchte.        Theda Hiller

 


 

Bei über 96.300 Besuchern bedanke ich mich für das Interesse.

 

Längst haben sich zu meinen Beiträgen zum Sprachanfang weitere Untertitel zu den Themen Sprachförderung und Kindergarten sowie Sprachtherapie (begrenzter Interessentenkreis?) gesellt. Auch bemühe ich mich um jahreszeitliche Beiträge für Sprachanfänger und für Kindergartenkinder.

 

Es lohnt sich also, verschiedene Kapitel aufzumachen und zu stöbern oder sich an den 

"Neuen / aktuellen Seiten"  zu orientieren.

 

Aus privatem Notstand habe ich ein Pause eingelegt, heute (1.10.2016) aber die Herbstideen aktualisiert - inzwischen auch die Ideen zur Adventszeit mit Kindern - und in der linken Spalte gut auffindbar unter "Neue/aktuelle Seiten" angeordnet.

 


Ein gutes 2016 !

Meine Themenschwerpunkte geben mir die Kinder vor, mit denen ich gerade zu tun habe. Die Spannbreite liegt zwischen Sprachanfängern - im Alter ab ca 2 1/4  Jahren - und künftigen Erstklässlern, die bald den Alltag einer Regelschule bewältigen sollen.

Falls Sie Anregungen oder Fragen haben:  sprachanfang@gmail.com

 

 

***** Meine Sternstunden   --> etwas weiter unten

 

 


Eine kleine Geschichte zum Sprachanfang:

Ich höre hinter mir in der Bank "dust", kurze Zeit später wieder "dust" und bald drauf noch einmal "dust", bis schließlich der Vater reagiert und seinem Töchterchen eine Trinkflasche reicht.

Meine eigenen Kinder haben "lasche" bzw. "tinten" gesagt. Hellhörig geworden, begann ich herumzufragen und erfuhr verschiedenste Wörter, mit denen dieser Sachverhalt ausgedrückt werden kann :

dust oder dorscht

hunger oder ham      --> synonym gebraucht für Trinken

ein     --> gemeint ist einschenken

auf    --> für auffüllen oder aufmachen und nachfüllen

alle   oder   leer  oder  babela  (=schwäbisch)

tinken oder tinten oder tinting oder kringe oder innen  --> für Trinken

pulle oder lasche oder lasse   --> für Flasche

Schmatzgeräusch oder Schlürfgeräusch

hm Tee --> heißt etwa:  ich möchte mehr Tee

Tee, Mi (Milch),  Kakaun (Kakao), asser (Wasser), saf (Saft), dudel (Sprudel) ...

bim   --> meint das Geräusch von der Mikrowelle, wenn die Milch warm ist.

 

All diese Wörter zeigen, dass die Kinder das sprechen, was Ihnen angeboten wird. Es gibt also nicht bestimmte erste Worte, sondern jedes Kind bekommt seine eigenen ersten Worte in seiner Familie mit!                                                       

 

Am Sprachanfang äußern die Kinder zunächst

  • einzelne Worte,
  • dann Wortgruppen      --> manche Kinder verharren recht lange auf dieser Stufe
  • kleine Sätze
  • und schließlich beherrschen sie längere Sätze mit richtigen grammatischen Formen und richtiger Aussprache.

Zumeist gehen die Kinder diesen sprachlichen Weg gemeinsam mit ihrer nahen Umgebung in der Familie - evtl. mit zusätzlicher, kleinkindgerechter Betreuung.

Die Kinder benötigen vor allem in der Sprachlernphase direkten Kontakt, viel Ansprache und ein interessantes Angebot an Wörtern - zunächst an lautlich einfachen Wörtern !                                                                                                                                                                

 

Genauere Informationen entnehmen Sie bitte den Kapiteln

  • Sprachanfang,
  • Sprachentwicklung,
  • Diagnostik und
  • Sprachförder.- Sprachanfänger.

 


 

Meine Sternstunden:

 

 

  • wenn ein 2 1/2 Jahre altes Mädchen vom Schoß der Mutter runter rutscht und näher zu mir rückt, um besser mitspielen zu können
  • wenn ein dreijähriges Mädchen, das längere Wörter immer verkürzt (Banane --> nane), meinen 4er Rhythmus Ei - er - be - cher aufgreift und das Wort mehrfach ohne mich in fast singendem Ton skandiert
  • wenn unser ANNA-Buch bei einem Dreijährigen mit sehr kleinem Wortschatz allabendlich als Gute-Nacht-Geschichte angeschaut wird
  • und wenn er dieses ANNA-Buch nach 8 Monaten immer noch neben dem Feuerwehrbuch als Gute-Nacht-Buch daher bringt
  • wenn ein vierjähriges Mädchen bei unserem Teddybären-Abschlusslied erstmals mitsingt
  • wenn nach 18 vorgesprochenen Mustersätzen bei unserem Einkaufsspiel der Junge erstmals die Verbzweitstellung aufgreift: "ich kaufe ..."  statt: ich das Flugzeug kaufen.
  • wenn eine Mutter mir sagt, dass sie meine Art ganz einfach zu sprechen übernommen hätte, und dies dem Kind schon sehr viel geholfen hätte.
  • wenn ich mit einem fünfjährigen Mädchen einen weiten Umweg über kl-Wörter und kr-Wörter gehen muss und dann der isolierte Laut /k/ nach dieser langen Vorübung wie von selbst gelingt - wir haben um die Wette gestrahlt!

 

Manchmal bin ich auch einfach nur erstaunt:

  • wenn ein Dreijähriger beim Schneemannmemory in einfacher Form zu mir sagt: "gell, das reimt sich:      Topf auf dem Kopf."